NUKLEARMEDIZIN
PD DR. DR. MED. N. DÖBERT / DR. MED. W. SPIEGEL  

Schilddrüsen-Krankheiten in der Praxis

Eine Übersicht über Krankheiten der Schildrüse und deren ungefähre Häufigkeit in unserer Praxis gibt die untenstehende Tabelle (Zahlenangabe auf Säulendiagramm in Prozent).

90% aller Schilddrüsen-Krankheiten wären vermeidbar, da diese letztlich durch Jodmangel verursacht sind (rot unterlegt). Hierzu zählen vor allem Vergrösserungen (Struma) und Knotenbildung in der Schilddrüse. Betroffen ist in Deutschland, je nach Region, etwa jeder Dritte.

Mit Funktionsstörungen (Über- oder Unterfunktion) gehen dagegen nur etwa 30% der Erkrankungen einher. Diese verursachen oft schon bei einer 'latenten', also grenzwertigen Ausprägung typische Beschwerden. Zwei Drittel aller Schilddrüsen-Krankheiten (die im blauen Bereich) werden demnach nicht erkannt, wenn man nur die Schilddrüsen-Hormone im Blut untersucht.

 

Vermeidbare Erkrankungen Schicksalhafte Krankheiten
Funktion normal

Vergrößerung
  • Diffus
  • Knotig

Gutartige Knoten

  • Zystisch
  • Narbig
  • Adenome

Entzündungen

  • viral (subakut, de Quervain)
  • bakteriell (akut, abszedierend)
  • seltene (Riedel-Struma)
Bösartige Knoten
  • Schilddrüsen-Krebs
  • Metastasen anderer Krebsarten
Funktion gestört

Überfunktion bei Verschleiß

  • Autonome Knoten
  • Diffuse Autonomie

Unterfunktion nach

  • Operation
  • Radiojod

Autoimmun-Überfunktion

  • Basedow-Krankheit
  • auch bei chronischer Entzündung

Unterfunktion

  • Chron. Entzündung (Hashimoto)
  • Angeborene Formen